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Pflichtinformatik an Schulen? Gib mir eine Pause

Für mich war der Rahmen meines Schulplans genauso normal wie für viele andere. Mathematik war Pflichtfach und natürlich auch Deutsch, und die Naturwissenschaften durften nicht fehlen. Jetzt hat Niedersachsen beschlossen, ab 2023/2024 Informatik als Pflichtfach einzuführen. Ich sage dir, warum mich das stört.

Seit 1991 stolpern wir über das Internet, etwas älter ist der Personal Computer (PC) und damit auch die Programmiersprache. Später haben wir technische Meisterwerke wie das BlackBerry gesehen und konnten daran teilnehmen, wie die ersten Telefone mit Touchscreen auf den Markt kamen – kurz gesagt, unsere Reise durch das technische Zeitalter hat einige Zeit gedauert.

Aber als Angela Merkel während des Besuchs von Barack Obama im Jahr 2013 auf der Pressekonferenz sagte: "Das Internet ist für uns alle Neuland", fiel mir buchstäblich der Kiefer herunter. Sie meinte das nicht ernst, oder? Sicher, das Internet ist nach 23 Jahren Neuland, ganz zu schweigen von der Erfindung des Rades, von der alle sprechen – wie es sich bewegen kann, es ist magisch.

Aber seien wir ernst: So lustig und so einfach die Aussage war als es darum ging, merkel zu ärgern, zeigte es, wie weit deutschland im umgang mit technologie hinterherhinkt. Und jetzt, gut sieben Jahre später, sieht es kaum besser aus, denn die traurige Wahrheit ist, dass viele von uns immer noch Neulinge in den Grundlagen unserer technischen Welt sind.

Informatik zum Pflichtfach zu werden, ist nichts anderes als heiße Luft [19659006] Versteh mich hier nicht falsch. Die Debatte darüber, Informatik zu einem Pflichtfach zu machen, dauert seit einiger Zeit an. So erwähnte die FAZ 2018 eine Umfrage von Bitkom, wonach fast 70 Prozent der Deutschen die Einführung der Informatik als Pflichtfach (ab der 5. Klasse) befürworten. Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Informatik-Gesellschaft (zusammen mit anderen Organisationen) einen Brief an die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen geschrieben. Grob gesagt bestand die Forderung darin, Informatik als Pflichtfach aufzunehmen, anstatt es weiterhin als Wahlfach anzubieten. Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung (auch durch den im vergangenen Jahr eingeführten Digitalen Pakt) Kommunen und Länder bei der Anpassung an den digitalen Wandel. Im Gegenzug sind die Bundesländer verpflichtet, die digitale Kompetenz durch Anpassung der Lehrpläne zu fördern.

Der Wille ist da, aber nur etwas zu wollen, bringt uns nicht weiter. Das absolut Ironische an der Katastrophe ist, dass 2018 die Frage aufkam, woher die Lehrer für den Informatikunterricht kommen sollten. Nur damit wir nicht vergessen: Seit mehr als einem halben Jahrhundert (also schon eine ganze Weile) gibt es Computer. Als Heimcomputer für "alle" hatte er in den 1980er Jahren seinen Höhepunkt.

Ich bin eigentlich kein Mathe-Genie, aber es scheint mir fast, als hätten wir zumindest bis 2018 etwas Zeit, um Informatiklehrer auszubilden Oder zumindest ein zusätzliches Informatikseminar während der Lehrerausbildung als obligatorischen Bestandteil des Kurses einzuführen. Wir hatten Zeit, also was zum Teufel haben wir all die Jahre gemacht? In der Hoffnung, dass diese bedrohliche Technologie mit ihren Codes und Computern dahin zurückkehrt, woher sie stammt?

Die Technologie hat unser Bildungsangebot weiterentwickelt, aber – wie soll ich sagen: "Das Internet ist für uns alle Neuland". .

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Kinder beginnen heutzutage viel früher mit Technologie als ihre Teenager. / © AndroidPIT
 

Der richtige Zug, aber noch so viel in der Luft

Die gute Nachricht zuerst: Wir sind langsam, aber wir lernen von Zeit zu Zeit etwas Neues. Immerhin hat Heise erst gestern berichtet, dass Niedersachsen ab 2023/2024 ab der 10. Klasse Informatik zum Pflichtfach machen will. Bis 2025 soll es dann auch Bestandteil des Standardlehrplans für Neuntklässler sein. Damit ist es jedoch erst das sechste Bundesland, das Informatik in seinen Lehrplan aufnimmt. Gut, aber lächerlich wenig, wenn man bedenkt, wie lange wir Zeit hatten, uns anzupassen.

Noch amüsanter ist die Aussage in der Pressemitteilung. Denn als Grund für die Einführung der Informatik als Pflichtfach sagt Bildungsminister Grant Hendrik Tonne:

"Wir müssen frühzeitig damit beginnen, das Thema Informatik voranzutreiben, denn Informatik wird ein Kernthema sein Kompetenz der Zukunft. "

Das ist gut gesagt, aber leider ist es Mist. Informatik ist nicht nur in der Zukunft ein Teil unseres Lebens und sollte in drei, vier oder fünf Jahren nicht mehr in unsere Allgemeinbildung einbezogen werden. Es ist schon schlimm genug, dass wir und die Politik es bisher vernachlässigt haben – aber was ich noch schlimmer finde, ist, dass wir einfach keine Fortschritte zu machen scheinen.

Aber was mich an den Nachrichten wirklich ärgert und mich wirklich aufregt Magen, ist die Klassenstufe, in der Informatik angeboten werden soll. Denken wir wirklich, dass es ausreicht, unseren Teenagern die Technologien vorzustellen, die einen großen Einfluss auf unser gesamtes Leben und unsere Infrastruktur haben?

Fazit: Warum nicht als Kinder anfangen? ist gut. Dass wir überhaupt etwas tun, ist ein guter und wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Leider haben wir viel zu lange gewartet, um Informatiker für die Ausbildung auszubilden oder zusätzliche Kurse in die Lehrerausbildung zu integrieren. Wenn wir uns aber jetzt daran halten, den Weg in die Informatik nur für ältere Schüler zu ebnen, verlieren wir noch mehr wichtiges Know-how für zukünftige Generationen.

Warum unterrichten wir Kinder nicht Technik und Informatik in der Grundschule? Ein Beispiel sind die LEGO Education Sets, die Kinder vom Kindergarten über die weiterführende Schule bis zur Universität mit altersgerechter Software und baubaren Modellen unterstützen. Das Konzept ist auch nicht neu. In Japan beispielsweise hat die Computerprogrammierung längst ihren Platz im Lehrplan der (öffentlichen) Grundschulen eingenommen.

Wir leben seit langem in einer Welt, in der die Technologie uns folgt wie unser zweiter Schatten. Wo Kinder twittern, bearbeiten Sie Videos und laden Sie sie selbst hoch. Wenn wir unseren Kindern und unserer Wirtschaft etwas Gutes tun wollen, sollten wir die Kleinen früh ermutigen, ihnen einen tieferen Einblick in die technische Welt zu geben, als wir es wahrscheinlich selbst haben.

Was denken Sie? Halten Sie die Einführung eines Pflichtkurses in Informatik ab der neunten Klasse für in Ordnung? Oder möchten Sie Ihre Kinder von Anfang an mit Technologie vertraut machen? Erzählen Sie uns etwas über das Bildungssystem zu diesem Thema in Ihrem Land.

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